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Sonntag, 17. März 2019

Autorenfreundebuch Elja Janus

Interview



Wer bist Du? 
Ich bin Elja Janus, Autorin des Liebesromans "Immer noch wir". Ich lebe mit meinem Freund und meiner kleinen Tochter in Aachen. Hier habe ich auch Deutsche Philologie, Psychologie und Theologie auf Magister studiert und danach einige Jahre in der Erwachsenenbildung gearbeitet. Immer schon haben mich die Besonderheiten unterschiedlicher Beziehungen zwischen Menschen und vor allem die Liebe als Phänomen interessiert. Deshalb bin ich unendlich dankbar, über dieses grandiose, aber ja nicht immer leicht zu händelnde Gefühl namens Liebe schreiben zu dürfen. 

Welche ist deine Lieblingsjahreszeit und warum? 
Eigentlich kann ich jeder Jahreszeit etwas abgewinnen. Aber vor allem dem Frühling – gerade jetzt merke ich das wieder. Es ist die Zeit, in der man jeden warmen Sonnenstrahl, jedes Vogelgezwitscher, jeden vorbei flatternden Schmetterling noch so richtig zu schätzen weiß. Ich kann wieder mit der Kleinen auf den Spielplatz, ohne dass einer von uns die Hände abfallen, und alle haben bessere Laune. Herrlich … 

Welches Genre liest Du persönlich gerne und was ist Dein Lieblingsbuch? 
Ich lese selbst tatsächlich beinahe nur Liebesromane – gerne auch welche mit ernsterem Hintergrund und Charakteren, die ihre Wunden und Narben haben und nicht ein Klischee in Menschengestalt darstellen. So sind wir Menschen halt; und das ist doch auch gut so. 

Ab und an lese ich auch … hm, ich nenne es mal sanfte Thriller. Zu viel vertrage ich einfach nicht, so war ich immer schon. Meine Fantasie ist dafür eindeutig zu groß. 

Mein Lieblingsbuch. Es gibt so einige tolle Bücher, aber da mir auf die Frage immer spontan Brittainy C. Cherry mit Wie die Luft zum Atmen einfällt, nenne ich jetzt einfach mal das. 

Hast Du ein Lieblingszitat oder Lebensmotto? 
Vor einiger Zeit ist ein Mann an mir vorbeigelaufen, auf dessen Pullover stand: Be the love you never received. Das fand ich einfach grandios. Darin steckt so viel Wahrheit: Der eigene Wunsch, die Sehnsucht eines jeden Menschen und etwas, was aus der Welt einen besseren Ort macht. Seitdem habe ich immer wieder darüber nachgedacht. 

Irgendwann lasse ich mir das selbst auf ein T-Shirt drucken, und vielleicht läuft dann mir jemand über den Weg und denkt: Toller Satz. 

Tja, da hätten wir ihn schon. Den potentiellen Anfang für ein neues Buch … 

Wie hast Du mit dem Schreiben begonnen und was war Dein erstes veröffentlichtes Buch? 
Ich weiß, die meisten AutorInnen können hierauf antworten, dass sie schon immer geschrieben haben. Meine größte „Schaffensperiode“ bis zum Sommer 2017 war, als ich etwa sechs, sieben Jahre alt war. Doch danach? Eine Pferdegeschichte etwa in der dritten Klasse und ein paar zutiefst deprimierte und deprimierende Gedichte in der Pubertät, sonst nichts. 

Da war immer der Wunsch, eines Tages ein Buch zu schreiben – aber ich hatte weder eine Idee, noch die Muße. Dann dachte ich: Okay, gehört halt nicht zu mir. 

Angefangen habe ich wieder, als meine Tochter ein gutes Jahr alt war und noch immer nicht allein schlafen wollte. Also habe ich mir einen E-Reader angeschafft und saß da neben diesem kleinen Mädchen und habe gelesen. Irgendwann wurden aus fremden Textpassagen eigene Worte, Sätze, Ideen, die ich aufgeschrieben habe. Und eines Tages wurde mir klar: Das hier wird ein Buch. Es war nicht geplant, es ist quasi passiert. Und dann kamen noch eins und noch eins. Ich bin unsagbar dankbar dafür, weil ich mir mittlerweile sicher bin, dass das Schreiben ein wichtiger Teil von mir ist, der gelebt werden will. 

"Immer noch wir" ist mein erster veröffentlichter Roman. Davor habe ich jedoch bereits drei Romane fertiggestellt, von denen ich vieles lernen durfte. 



Woher bekommst Du die Ideen für Deine Geschichten? 
Ich nehme meine Ideen für Szenen oder ganze Geschichten aus so vielem. Sei es ein Lied, ein Satz, den ich im Vorbeigehen aufschnappe, eine eigene Erinnerung. Sei es die Aufschrift auf dem Pulli eines Typen, die mein Herz zum Schwingen bringt. 

Noch heute kommen mir die besten Ideen oft in Dunkelheit und Stille – quasi wortwörtlich aus dem Nichts. Plötzlich fällt mir dann eine Geschichte oder die Lösung für ein schreiberisches Problem ein. Der Kalender in meinem Handy hat kaum Termine, sondern nur Sätze, Ideen, Dialoge, die ich unterwegs oder im Dunkeln aufschreiben muss, um sie später einzubauen. Ich werde irre, wenn ich gerade nicht die Möglichkeit habe, eine plötzliche Idee aufzuschreiben. 

Lässt Du Dich auch von Deinen Fans/Freunden bzw. (erlebten) Situationen inspirieren? 
Ständig. Ich schreibe recht lebensnah, was gibt es da für eine größere Inspirationsquelle als das Leben selbst? Ich kann nur über Dinge schreiben, die mir nah sind – auf welche Weise auch immer. 

Die Grundidee zu Immer noch wir hat geliefert, dass ich daran denken musste, wo meine Anfänge für das Schreiben lagen: im Schein eines rot bepinselten Einmachglases mit meinem besten Kindergartenfreund. Der Rest war Fantasie, aber die Grundidee stand. Ich liebe die Frage: Was wäre, wenn …? 

Hattest Du schon Schreibblockaden? Wie bist Du damit umgegangen? 
Schreibblockaden im klassischen Sinne nicht. Es gibt einen besonderen Trick gegen Schreibblockaden, den ich schon oft gelesen habe: schreiben. Wenn ich ins Stocken gerate, schreibe ich weiter. Dabei entstehen oft Szenen, die für den Roman selbst nicht taugen, ihm aber am Ende mehr Tiefe schenken, weil ich die Charaktere besser kennen lernen kann oder an Stellen komme, die mir sonst nicht eingefallen wären. 

Wenn ich mich selbst blockiere, dann meistens dadurch, dass schon die nächste Idee in meinem Kopf randaliert. Dann mache ich mir einige Notizen oder schreibe kleine Szenen, um sie festzuhalten. So müssen sie nicht mehr in meinem Kopf wüten, sondern haben ein neues Zuhause gefunden. 

Recherchierst Du vor dem Schreiben, wenn ja wie zum Beispiel? 
Das kommt sehr auf das Buch an. Für "Immer noch wir" gab es beispielsweise nicht wirklich viel zu recherchieren. Für drei Bücher, an denen ich zurzeit mehr oder weniger parallel arbeite, braucht es hingegen einiges an Recherche. Für das eine muss ich Fachschaften der Uni und der Musikhochschule kontaktieren, für die anderen vor allem online recherchieren oder Psychologen oder Mediziner fragen. 

Bist Du mittlerweile ´Fulltime-Autor` oder hast Du noch einen Hauptberuf?
Nein, zurzeit bin ich keine Fulltime-Autorin. "Immer noch wir" ist ja mein Debüt. Vom Schreiben leben zu können, dadurch abgesichert zu sein, das wäre ein Traum. Auch wenn ich wahrscheinlich immer noch das Bedürfnis hätte, etwas nebenbei zu machen, wobei man in direkterem Kontakt zu anderen Menschen steht. Aber es wäre schön, wenn man alles andere der jeweiligen Lebenssituation anpassen könnte. 

Hast Du einen speziellen Ort oder Lieblingsort zum schreiben (eigenes Büro, etc.)? 
Es gibt unterschiedliche Lieblingsplätze, die zu meiner Stimmung und dem jeweiligen Kapitel passen müssen – mal brauche ich Menschen um mich herum, dann wieder absolute Ruhe. Besonders emotionale Szenen schreibe ich zum Beispiel nicht gerade im Café. 

Am häufigsten schreibe ich zuhause – mal auf dem Sofa, mal in der Küche mit Blick in den Garten … Manchmal zieht es mich in ein kleines Café oder nach draußen. Der Wechsel tut mir und damit auch meinen Texten gut. 

Hast Du aus all Deinen Geschichten einen Lieblingscharakter, wenn ja wen? 
Der Liebste ist mir wohl Milo, der männliche Protagonist meines zweiten Buches, das voraussichtlich am 25. Juni im FeuerWerke Verlag erscheinen wird. Noch nie musste ich mich so sehr in einen Charakter hinein graben, um ihn wirklich zu verstehen, für keinen anderen habe ich so viele Tränen vergossen, keiner ist mir dadurch so nah gekommen wie er. Ich hoffe, dass auch die LeserInnen ihm eine Chance geben werden, um in ihr Herz zu schlüpfen. Für mich ist er etwas ganz Besonderes. 

Was denkst Du nach der Beendigung Deines Buches über die Entwicklung Deiner Figuren? 
Das ist unterschiedlich. Die einen entwickeln sich ja mehr, die anderen weniger, aber alle haben ihren eigenen Kampf auszufechten. Auf jeden Fall denke ich jedes Mal: Hut ab. Nicht für mich als die Autorin, sondern für die Charaktere, die sich irgendwann verselbständigt haben und ihren eigenen Weg gegangen sind, um sich und ihr Glück zu finden. 

Wenn Dein erstes Buch verfilmt werden würde, welche Schauspieler würdest Du Dir als Cast wünschen? 
Oh, wow, das ist schon utopisch. Und ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich das wollen würde. Ich habe ein genaues Bild von Joe und Lina vor Augen und bekomme sie deshalb ganz schwer in ein anderes Gesicht hineintransportiert. 

Was bedeuten Dir Deine Fans/Leser? Hast Du manchmal angst sie zu enttäuschen? 
Jetzt muss ich lachen. Noch habe ich ja gar keine. Aber ja, ich habe oft Angst zu enttäuschen. Seitdem ich meinen Buchvertrag habe, fällt es mir schwerer zu schreiben, weil ich nun weiß, dass es jemand liest. So war das am Anfang ja überhaupt nicht geplant. 

Als ich mein Buch bei dem Wettbewerb eingereicht habe, bei dem es gewonnen hat, hatte es noch niemand außer mir gelesen. Das einzige, was mir den Mut geschenkt hat, es einzuschicken, war das Wissen, dass mich die Personen nicht kennen, die es dort lesen. Niemand müsste mir entweder aus Freundlichkeit ins Gesicht lügen oder mir schonend beibringen, dass es nichts taugt, falls es so wäre. 

Dann ist alles anders gekommen. Nach dem ersten Telefonat mit meinem tollen Verleger Tim Rohrer habe ich erst einmal geheult. Als ich erfahren habe, dass ich den Wettbewerb gewonnen habe, auch. Jedes Mal, wenn ich nun eine positive Rückmeldung von Bloggern oder anderen Vorablesern bekomme, steigen mir sofort die Tränen in die Augen. Es fühlt sich noch immer an wie ein gigantischer Traum, aus dem ich jederzeit erwachen könnte. 

Deine Fans warten immer auf Nachschub, planst oder schreibst Du bereits an etwas Neuem? 
Bereits für den 25. Juni ist die nächste Veröffentlichung geplant. Auf das Buch freue ich mich so besonders, weil es noch einmal eine ganz andere Geschichte ist als "Immer noch wir". Für das zweite Buch musste ich noch einmal in vollkommen andere Welten und Denkweisen schlüpfen. 

Schreiben tue ich immer. Mal sehen, was ich da noch so alles zum Leben erwecke, was auch andere Menschen zu lesen bekommen.



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Quellen: Bilder ©Elja Janus und ©FeuerWerke Verlag

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